Psychische Erkrankungen ernst nehmen – Mitarbeiter/innen schützen

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Schon seit einigen Jahren wächst die Zahl der Kranschreibungen aufgrund psychischer Probleme deutlich. Im Jahr 2018 waren es laut Untersuchung der DAK Krankenkasse 260 Fehltage pro 100 Versicherte.

 

Hauptsächlich wurden Depressionen und Angst- und Belastungsstörungen festgestellt. Seit Beginn der Untersuchungen hat sich die Anzahl der psychisch bedingten Krankschreibungen sogar mehr als verdreifacht.[1]

Im Pandemiejahr 2020 war dann die Fehlzeit aufgrund psychischer Belastungen laut einer Studie der TK so hoch wie nie. Die Versicherten fehlten im Schnitt 2,89 Tage, im Vorjahr waren es noch 2,77 Tage. Hauptursache für die Fehlzeiten waren Depressionen.[2]

Nun fragt man sich natürlich, ob die Pandemie zur Steigerung der psychischen Leiden beigetragen hat. Dies ist schon recht wahrscheinlich, wenn man betrachtet, dass ein Großteil der Arbeitnehmer/innen während des Lockdowns im Frühjahr 2020 und ab Herbst 2020 unter extremen Bedingungen arbeiten mussten oder gar ihre Arbeit verloren haben. Die Nako-Gesundheitsstudie deutet darauf hin, dass insbesondere Arbeitnehmer/innen zwischen 20 und 40 Jahren einer besonderen Belastung ausgesetzt waren.[3] Auch die TK hat in ihrem Dossier 2020 festgestellt, dass insbesondere junge Frauen im Homeoffice sehr stark belastet waren.[4]

Es ist bekannt, dass eine hohe Belastung und permanenter Stress Erkrankungen wir Burnout und Depression fördern. Ein Burnout beginnt oft dann, wenn der Betroffene keine Ruhe mehr findet und dauerhaft unter Stress steht. Gerade in Zeiten des Lockdowns mit Homeoffice, Kinderbetreuung, Ängsten und ohne Möglichkeit zum Ausgleich, ist es besonders schwer, ein psychisches Gleichgewicht herzustellen.

Doch wie kann ein Arbeitgeber erkennen, ob Mitarbeiter gefährdet sind? Wie kann er verhindern, dass eine zu hohe Belastung psychische Erkrankungen auslöst? Als Arbeitgeber ist man verpflichtet, für die Gesundheit und Sicherheit des Arbeitnehmers zu sorgen. Dazu zählt auch die psychische Gesundheit und die Themen „Burnout“ und „Depression“ sollten offen angesprochen und ernst genommen werden. Ein entspanntes Arbeitsklima, familienfreundliche Arbeitszeiten und eine gute Arbeitsorganisation tragen dazu bei, dass Mitarbeiter/innen seltener unter hoher Belastung arbeiten müssen.[5] Vor Allem aber gilt es wachsam zu sein und Probleme anzusprechen, wenn man sich um eine/n Mitarbeiter/in sorgt. Gerade in Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, ist es umso wichtiger, seinen Mitarbeiter/innen zu zeigen, dass sie wichtig sind und dabei zu unterstützen, dass sie auch unter anderen Bedingungen ihre Arbeit verrichten können.

Sollten Sie Hilfe benötigen, finden Sie hier weitere Informationen:

https://www.psychisch-erkrankt.de/service/

https://www.gesundheitsinformation.de

https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/psyche/

 

 

[1] Quelle: DAK: Rekord bei Krankschreibungen wegen psychischer Probleme | ZEIT ONLINE

[2] Quelle: Gesundheitsreport 2020: Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen so hoch wie nie - Wirtschaft - Tagesspiegel

[3] Quelle: Die Folgen von Covid-19 für die Psyche – Depressionen in der Pandemie (oberbergkliniken.de)

[4] Quelle: Corona 2020 Gesundheit, Belastungen, Möglichkeiten (tk.de)

[5] Quelle: Burnout - das können Arbeitgeber tun (perwiss.de)

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