Interview mit Kay Früchtling (Partner und Senior-Berater bei Drei Grad)

(Kommentare: 0)

Er ist seit 3 Jahren bei uns an Bord und hat schon viele Positionen erfolgreich besetzt. Im Interview mit uns spricht Kay Früchtling über seine Arbeit, seine Werte und Herausforderungen in der heutigen Zeit.

1. Was hat Dich dazu bewegt, als Personalberater tätig zu sein?

In meiner Berufslaufbahn hatte ich immer Personalverantwortung und die Aufgabe, die richtigen Personen für die notwendigen Positionen zu finden - oder diese dahin zu entwickeln - und war damit sehr erfolgreich. Diese Tatsache, gepaart mit meinem weitreichenden Netzwerk und der Kommunikationsfreude, haben es leicht gemacht, den Weg zu gehen. Daher bin der Einladung von Sascha gerne gefolgt und nun seit über 3 Jahren mit an Bord.

2. Wie denkst Du über die nachrückenden Generationen, wenn es um das Thema Arbeit geht und gibt es, aus Deiner Sicht heraus, einen Generationenkonflikt, den es zu beachten gilt?

Die nachrückenden Generationen bringen Veränderungen in den Berufsalltag, wie es auch früher schon der Fall gewesen ist. Wir müssen dabei jedoch beachten, dass die Veränderungen in der Wirtschaft viel schneller voranschreiten, als es das Bildungswesen abbilden kann. Wir haben folglich gemeinsam die Aufgabe, die Lücken zu schließen und dann einen Vorsprung herauszuarbeiten. Dafür brauchen wir eine noch viel genauere Auswahl von Persönlichkeiten, die dieser Aufgabe dann gewachsen sind.

3. Welche Themen sind für Dich in Bezug auf Recruiting und Personalarbeit aktuell unverzichtbar? Was machen Unternehmen in Deutschland richtig und wo gibt es Nachholbedarf?

Es geht letztendlich immer um eine Art von „werben“. Wir werben mit den Positionen, die unsere Mandanten zu besetzen haben, um die gebundenen und freien Kompetenzträger im Arbeitsmarkt. Dabei kompensieren wir oft den einen oder anderen Punkt, den unser Mandant nicht optimal in der Eigenwerbung um Personal bedient. Für mich ist es immer wieder wichtig, unsere Mandanten darauf hinzuweisen, dass sich nicht die Bewerber bewerben, sondern dass die Unternehmen sich um die knappen und richtig guten Fach- und Führungskräfte am Markt bewerben müssen. Viele Unternehmen, auch große Marken, bekommen das noch nicht hin und brauchen Unterstützung. Mit der Werbung allein ist es nicht getan, denn die optimale Einstellung zum Recruiting ist die Zutat, die das Rezept perfekt macht.

4. Was empfiehlst Du Deinen Mandanten, um geeignetes Personal zu finden? Gibt es einen Ratschlag, den Du jedem Mandanten gibst oder ist es von Fall zu Fall sehr unterschiedlich?

Was für unseren Mandanten richtig ist, kann ganz unterschiedlich sein. Das finden wir dann im Rahmen einer Bedarfsanalyse heraus. Wir erörtern das Problem, klären die Situation, definieren das Ziel und kennen danach alles zum tatsächlichen Bedarf unserer Mandanten. Dies geht oft weit über das reine Finden von geeigneten Kandidaten hinaus. Dabei geht es z.B. um Prozesse, Abläufe, Weiterbildung, Mitarbeitervergünstigungen etc. Da muss man jeden Mandanten individuell betrachten.

5. Wie stehst Du zum Thema Digitalisierung? Was glaubst Du, muss getan werden, um hier global mitzuhalten?

Digitalisierung ist das Schlagwort, zu dem jeder glaubt, viel zu wissen. Es bedarf noch viel Aufklärung in den Unternehmen und bei den Kandidaten. Wir sind in der Wirtschaft weit zurück, wenn wir uns an den heutigen Möglichkeiten messen, die wir ungeachtet lassen. Gesetzliche Auflagen, Datenschutz und fehlender Mut verhindern die Etablierung von erprobten, zugelassenen, digitalen Lösungen für Recruiting und Personalentwicklung. Diese Lösungen so anzupassen, dass sie genutzt werden können, oder die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass eine Nutzung möglich wird, steht zumindest bei mir auf der Agenda.

6. Welche Themen und welche Werte liegen Dir ganz besonders am Herzen? Wie versuchst Du diese an Deine Mandanten weiterzugeben?

Menschlichkeit und Vertrauen sind die größten Werte für mich, die ich auch gerne mit meinen Kunden teilen möchte. Da gibt es in jedem einzelnen Projekt zahlreiche Ansätze, diese Werte nachhaltig in das Projekt oder den Auftrag einzubringen.

7. Was machst Du, um neue Kraft zu tanken?

Ich nehme meine Kraft aus der Ruhe, die ich bei Spaziergängen mit dem Hund, beim Lesen und bei meinen Hobbys schöpfe. Damit werden die Speicher am schnellsten wieder gefüllt.

8. Wie motivierst Du dich bzw. was motiviert dich, um Herausforderungen zu meistern?

Motivation und die Quelle dafür zu beschreiben, fällt mir schwer. Es ist einfach der Spaß an der Arbeit mit Menschen in genau dem Umfeld. Der Vermittler und Berater zwischen den unterschiedlichen Interessen und einer Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren zu sein motiviert mich sehr.

9. Was bereitet Dir in deinem Job große Freude? Und woran zweifelst Du?

Nach wie vor ist es der Erfolg, der große Freude bereitet und zweifeln tue ich am Verstand derer, die glauben, dass sich nichts verändern muss und trotzdem besser wird.

10. Denkst Du heute anders über deine Arbeit als vor der Pandemie?

Nein, da hat sich nichts geändert. Der Beitrag und die Arbeit haben sich in der Ausführung verändert, aber kein Angebot und auch kein Vertrag musste umgeschrieben werden, um den gleichen Job wie vorher zu tun.

Lieber Kay, vielen Dank für das Gespräch.

Zurück

Einen Kommentar schreiben